Marion Schmidt (FTD) und ihre starke Hand

Inzwischen ist ja bekannt, dass Marion Schmidt – bei G+J für die Bildung verantwortliche Redakteurin – eine bekennende Verfechterin der Initiative „pro starke Hand an deutschen Hochschulen“ ist und jeden Widerstand gegen zentralistische Steuerungssteme an Unis mit publizistischer Schärfe bekämpft.

Dass Marion Schmidt sich dabei in den Details der Bologna-Reform und der deutschen Hochschullandschaft nicht so richtig auskennt, mag man noch entschuldigen – auch wenn ihre Aussagen in einem mit ihr geführten Telefonat doch erschreckend naiv wirkten. Man mag auch entschuldigen, dass sie es sich einfach macht und weitgehend die „politische“ Position vom CHE übernimmt.

Nicht entschuldigen darf man aber, dass sie ihre Rolle bei G&J dazu nutzt, ihre persönliche (!) Meinung durch Unterdrückung von Überlegungen, die in eine andere Richtung gehen, durchsetzt.

Der konkrete Hintergrund: Ein bei der FTD eingereichter Gastkommentar zur Vereinigung der Hochschulrektoren (HRK) wurde zunächst von Ruth Fend als der dafür offenbar zuständigen Redakteurin akzeptiert („Danke für den bearbeiteten Text, wir werden ihn im Laufe der Woche drucken.“).

Doch dann schritt Marion Schmidt ein und der Artikel wurde abgelehnt, unter anderem mit der Begründung der „nicht zutreffenden Verknüpfung zwischen Bologna-Reform und einer Machterweiterung der HRK“.

Hier sind nun einmal – und das ist natürlich Pech für Marion Schmidt – die Fakten eindeutig: Wer es nicht glaubt, braucht sich nur die letzten Medienauftritte der HRK anzuschauen (alle zum Thema „Bologna“) oder in der Organisation der HRK zu zählen, wie viele Personen laut Homepage mit Bologna befasst  und vielleicht sogar von Steuergeldern finanziert sind.

Wenn Marion Schmidt diese Verbindung als nicht-existent ansieht, gibt es dafür mehrere Erklärungen, die alle wenig schmeichelhaft für Marion Schmidt sind.

Schade ist nur, dass ich kein Abonnement mehr bei der Financial Times Deutschland habe: Nach diesem Vorfall hätte ich es gekündigt. Aber vielleicht finde ich ja noch ein anderes Abo aus dem G+J-Konzern, das ich aus Protest gegen Marion Schmidt kündigen kann.

(cs)

1 Kommentar zu „Marion Schmidt (FTD) und ihre starke Hand“

  1. [...] dabei nicht mitspielen, spielen die mächtigen Konzernlenker im Doppelpass mit BDA/BDI/FTD/CHE/HRK und vielen anderen mächtigen Institutionen und Medien ihre Macht aus – und [...]

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